"Lebensnerv" ausgelagert

Dortmund, 19. Oktober 2007. Wegen Abriss und Neubau der Hauptverwaltung der Volkswohl Bund Versicherungen am Südwall 37-41 in Dortmund musste auch das Rechenzentrum des Versicherers ausgelagert werden. Über dieses Rechenzentrum werden bundesweit an 16 Unternehmensstandorten über 1,2 Millionen Versicherungsverträge verwaltet und bearbeitet. Für die nächsten drei Jahre stellt nun die DOKOM21 Räumlichkeiten und technische Infrastruktur für das Rechenzentrum zur Verfügung.

"Das ist der Lebensnerv unseres Hauses. Wir handeln mit einem virtuellen Produkt: `Versicherungsschutz´. Der Kunde hat eine Versicherungspolice und wir haben die dazugehörigen Daten", erklärt Bernd Ortmann, Abteilungsdirektor EDV-Betrieb beim Volkswohl Bund, der einer der größten deutschen Maklerversicherer ist. Im Produktions-Rechenzentrum mit seinem Großrechnersystem und Serverpark sind rund 18 Terabyte Daten gespeichert, das entspricht der Textmenge von ca. 8 Millionen Büchern.

Rund 700 Mitarbeiter in ganz Deutschland greifen täglich auf dieses Rechenzentrum zu und arbeiten mit den geschäftsrelevanten Daten. Darüber hinaus stehen hier Server für den Emailverkehr, für die elektronische Ablage von Dokumenten und für die Internetportale, die bundesweit von über 13.000 Versicherungsmaklern und Vertriebspartnern genutzt werden.

Herzstück für Geschäftsprozesse

Bernd Ortmann und sein 30-köpfiges EDV-Betriebsteam müssen gewährleisten, dass der komplexe Datenverkehr des Versicherers rund um die Uhr fehlerfrei funktioniert. "Unser Produktions-Rechenzentrum ist ein unersetzliches Herzstück für unsere Geschäftsprozesse", erläutert der Diplom-Mathematiker.


Die durch den Neubau der Hauptverwaltung notwendig gewordene Auslagerung des Rechenzentrums hat Bernd Ortmann mit seinem Team fast ein Jahr lang penibel geplant. Jahrzehntelang prägte das 14-stöckige Gebäude aus den 70er Jahren die Kreuzung am Südwall gegenüber dem Dortmunder Opernhaus. Nun wird das Hochhaus abgerissen und an gleicher Stelle neu gebaut.

Für die dreijährige Bauzeit sind rund 420 Versicherungsmitarbeiter in das ehemalige Westhyp-Gebäude am Westfalenpark Dortmund, Florianstraße 1, gezogen. Aber für das Rechenzentrum war hier aus technischen und räumlichen Gründen kein Platz.

Hochleistungsfähiger Leitungsverbund

Mit der DOKOM21, Gesellschaft für Telekommunikation mbH, fand der Volkswohl Bund einen kompetenten Partner, der das "Herzstück" der Versicherung für die nächsten drei Jahre beherbergen konnte. Gleichzeitig baute die DOKOM21 für den Versicherer einen hoch leistungsfähigen Leitungsverbund auf: Die IT- und Leitungsspezialisten der DOKOM21 vernetzten das "Gast-Rechenzentrum", das im DOKOM21-Hauptsitz auf der Stadtkrone-Ost untergebracht ist, mit allen Standorten des Volkswohl Bundes in Dortmund. Das DOKOM21-Campus-Netz mit Gigabit-Ethernet-Verbindungen garantiert den rund 520 Versicherungsmitarbeitern in Dortmund einen zuverlässigen und äußerst schnellen Datenverkehr.

Bernd Ortmann und seine Mitarbeiter können das Großrechner-System und die rund 40 Netzwerkserver, die bei der DOKOM21 stehen, von ihrem neuen Standort an der Florianstraße aus fernsteuern und fernüberwachen. Auch nachts und am Wochenende ist ein Zugriff möglich. Nur wenn eine Maschine installiert oder gewartet werden muss, betritt ein Techniker der Versicherung das ausgelagerte Rechenzentrum. "Für uns war es entscheidend, dass wir unsere Maschinen selbst betreiben können und jederzeit Zugang zu unserem Produktions-Rechenzentrum haben", erklärt Ortmann.

Glasfaserstrecken und Schnittstellen

Zusätzlich unterhält der Versicherer an einem anderen Dortmunder Standort ein Notfall-Rechenzentrum. Dieses hat die DOKOM21 mit zwei von einander unabhängigen Glasfaserstrecken mit dem Produktions-Rechenzentrum auf der Stadtkrone-Ost verbunden. Für den Notfall sind dort sämtliche Daten gespiegelt vorhanden. Die dortigen Ersatz-Server und -Großrechner könnten jederzeit den Betrieb übernehmen.

"Die Übertragungsgeschwindigkeit zwischen Produktions- und Notfall-Rechenzentrum ist so groß, als hätten wir das Rechenzentrum direkt im Hause. Wir merken keinen Unterschied im Vergleich zur Situation vor dem Umzug", sagt Bernd Ortmann. Um diese Geschwindigkeit zu erreichen, greift die DOKOM21 auf so genannte CWDM-Technik zurück. Hier können unter Nutzung unterschiedlicher Wellenlängen verschiedene Farben übertragen und somit eine Vielzahl von Glasfaserleitungen auf einer einzigen Glasfaserleitung abgebildet werden. Dadurch wird die Leitungskapazität deutlich erhöht.

Für den Betrieb eines Rechenzentrums und die Kommunikation mit einem Notfallrechenzentrum spielen klassische Telekommunikationslösungen wie Standardfestverbindungen keine Rolle. Hier sind spezielle Schnittstellen gefragt: direkte Kanalanschlüsse zwischen Großrechner und Massenspeicher (ESCON), Fibre Channel und Gigabit-Ethernet, eben individuelle, auf die Anforderungen abgestimmte Übertragungstechniken.


Regionaler Partner

"Die DOKOM21 war für unsere Pläne ein echter Glücksfall: Sie konnte uns sowohl ein Service-Rechenzentrum bieten als auch ein weit verzweigtes Datenleitungsnetz im Stadtgebiet. Durch die örtliche Nähe von DOKOM21 und Volkswohl Bund Hauptverwaltung können wir auch die Leitungskosten sehr moderat halten", begründet Bernd Ortmann, warum sich der bundesweit agierende Versicherungskonzern mit der DOKOM21 für einen regionalen Partner entschieden hat. Dass alle Ansprechpartner bei der DOKOM21 direkt vor Ort sind, sprach zusätzlich für eine Zusammenarbeit mit dem Telekommunikationsdienstleister.

Gleichzeitig installierte der Volkswohl Bund ein neues Telefonsystem mit einer Voice-Over-IP-Technik und sicherte so die komfortable Kommunikation der Mitarbeiter in Dortmund. Eine nahe liegende Lösung, da die drei Standorte ohnehin mit der hoch leistungsfähigen Datenleitung der DOKOM21 verbunden wurden. Bernd Ortmann ist mit der DOKOM21 sehr zufrieden: "Alles funktioniert bestens. Die Leitungen sind sehr performant, es gab bisher keinerlei Leitungsausfälle."

DOKOM21-Techniker unterstützten das EDV-Team von Bernd Ortmann auch bei der reibungslosen Inbetriebnahme des Produktions-Rechenzentrums. Sogar eine 1,1 Tonnen schwere Maschine konnte unter besonderem Einsatz in das Untergeschoss der DOKOM21-Zentrale bugsiert werden. Da der Aufzug nominell nur bis zu einer Belastung von einer Tonne Gesamtgewicht zugelassen ist, mussten sich die Techniker etwas einfallen lassen. Schließlich fuhren sie das 1,1 Tonnen wiegende Magnetplatten-Speichersystem des Versicherers im Aufzug per Handbetrieb ins Untergeschoss.

Beratungskompetenz

Bernd Ortmann konnte sich bereits vor dem Umzug auf die Beratungskompetenz der DOKOM21-Mitarbeiter verlassen: "Wir konnten bereits im Vorfeld auf Stadtplänen genau sehen, wo unsere Leitungen mal verlaufen werden. So konnten wir sicher sein, dass auch wirklich zwei getrennte Kabelwege vorhanden sind - falls mal der berüchtigte Bagger ein Kabel erwischen sollte. Auch hinsichtlich der technischen Infrastruktur, Zutrittskontrolle, Brandschutz, Klimatisierung und Stromversorgung unseres Rechenzentrums konnte die DOKOM21 alle unsere Wünsche erfüllen." Bei Bernd Ortmann stellte sich das Gefühl ein, das der Volkswohl Bund auch seinen Kunden vermittelt: "Hier sind wir sicher aufgehoben."


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